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Donnerstag, 17. April 2014

Die Kreationisten der Evolution, oder: der Fluch des WWE-Championships

Es war einmal CM Punk. Erinnert sich noch jemand an seine Zeit als WWE Champion?

Wie folgt steht es in den Geschichtsbüchern: Punk wirft Ende Juni 2011 seine "Pipebomb", in welcher er unter anderem ankündigt, dass sein Vertrag nach Money in the Bank auslaufen würde, was bedeutet, dass der Gürtel die WWE mit Champion Punk verlässt. Punk gewinnt gegen John "John Cena" Cena, haut mit Gürtel und Titel ab (was selbst Kofferträger Alberto Del Rio nicht verhindern kann), und ist erstmal weg. Zwischenzeitlich veranstaltet die WWE ein Mini-Turnier, um einen neuen Titelträger zu küren. Gewinner des Turniers: Rey Mysterio. Weil aber nicht sein kann was nicht sein darf, nimmt Cena Rey kurzerhand den Titel wieder ab. Punk kommt zurück, und die beiden Champions treten beim SummerSlam gegeneinander an – Punk gewinnt, doch anschließend löst Alberto Del Rio seinen Koffer ein, und zwar erfolgreich.

Punk war aber, dank Pipebomb und explosivem Titelgewinn, mittlerweile mindestens die Nummer Zwei der WWE, und die Fans (und viele aus dem direkten WWE-Umfeld) waren mit Punks kurz gehaltenem Championship wenig zufrieden. Die versuchte Demontage (Niederlage gegen Ruheständler Triple H) blieb erfolglos, und zur Survivor Series holt Punk sich den Titel zurück, um den Titel dann 434 Tage lang zu halten.

Warum ich das alles widerkäue? Weil wir ein Problem haben.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Punk's not dead, just retired: CM Punk hört auf.

Wie gestern beiläufig erwähnt, hat CM Punk nach dem Royal Rumble zumindest vorübergehend seinen Hut genommen. Zur Stunde ist noch nicht klar, ob dies ein permanenter Abschied ist.

Dessen ungeachtet können mittlerweile wenigstens fundierte Spekulationen über den Grund seines Weggangs angestellt werden. Aber am Ende geht es natürlich auch wieder um Daniel Bryan.

Meist milde Spoiler folgen.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Elimination Chamber am Horizont: Schadensbegrenzung oder Master Plan?

Gestern noch habe ich mich über Anti-Wrestler Batista ausgelassen, und auch über Daniel Bryan und sein Fehlen im Royal Rumble das eine oder andere Wort verloren. Doch was bedeuten die mittlerweile getätigten Ankündigungen für das letzte PPV vor WrestleMania XXX, Elimination Chamber, für Bryan, die Fans und die Zukunft der WWE?

Wie üblich: Spoiler folgen.

Dienstag, 28. Januar 2014

Konsolidierte Frustration: Royal Rumble 2014 und die Folgen

In dieser Welt sind die Leute in zwei Gruppen einzuteilen: Marks und Nicht-Marks. Nicht-Marks sind nur jene, die für den präsentierten Reigen verantwortlich zeigen, alle anderen gilt es zu packen, emotional und/oder am Portmonnaie. Ich bin mir dessen nur zu gut bewusst: so sehr man sich auch für eine Stufe über den Marks hält, am Ende bleibt's das Gleiche, und die WWE versucht, uns etwas vorzumachen. Nur weil man ein Iota Hintergrundwissen mitbringt, bedeutet dies nicht, dass man immun wäre -- vielmehr muss die WWE einfach tiefer in die Trickkiste greifen.

Doch ist es das? Werden wir "gespielt"? Wird unsere Enttäuschung bewusst in Kauf genommen, um uns in nicht näher bestimmter Zukunft diesen Scheck einlösen zu lassen?

Im weiteren Teil des Textes hagelt es Spoiler, also vorsichtig.

Freitag, 23. August 2013

This Business.

Drüben bei Grantland steht nun ein Interview mit Triple H bereit. Es ist insgesamt die Reise wert, aber besonders folgende Passage tritt hervor:
(Frage:) One of the biggest differences in today's programming versus 10 or 15 years ago is the TV-PG rating, and the end of the hard-core stuff. Was there a point after ECW, after Foley in Hell in a Cell, when you reached a point there where you were like, "All right, how much further can we take this?" 
(Antwort:) All that stuff is just special effects. It's crazy special effects that you've never seen before, but if the story's not good, it's still a crap movie — it just has a bunch of stuff exploding. Visually, it's unbelievable, but you're bored 20 minutes in. At a certain point in time, those special effects just started to become all we were.
(...)
There's always going to be a certain group of people who like horror movies just for the special effects and the slasher stuff. It doesn't matter. That's why schlocky B-films work. They're terrible. The dialogue is horrible, the acting is bad, but there's a certain group of people that just love them because a guy killed a guy with a pencil through his neck. It's just crazy. 
 Diesen "Triple H" sollte man im Auge behalten. Der scheint nicht blöd zu sein, vielleicht wird aus dem noch was.

Spaß beseite: es ist mithin bei modernen Fans teilweise erschreckend, in welch hoher Achtung die sogenannte "Attitude Era" steht. Klar, einiges war schlichtweg brilliant. Aber oh so viel war einfach nur billiger Schock-Schrott. Wer (jenseits der Teen-Jahre) will sowas sehen?

Die WWE scheint langsam aber sicher Fuß zu fassen. Die Shows und PPVs sind konsistent gut bis hervorragend. Ich für meinen Teil bin guter Dinge, dass HHH einen ordentlichen Job machen wird "after Vince McMahon's death".

Apropos Pipebomb und "This Business". Hier (RAW vom Montag, 19.8.13) malträtiert CM Punk einen buhenden Fan:


Was das mit obigem Zitat zu tun hat? Alles.

Mittwoch, 21. August 2013

SummerSlam und die Folgen


Habe glatt die Tipps für SummerSlam vergessen (im Nachhinein nur so viel: hat mal wieder nicht für den Sieg gereicht).

Bevor wir uns nun mit dem (alles in allem famosen) Event auseinander setzen, hier kurz die Warnung: es wird Spoiler regnen! Und da ist das Bildchen rechts, auf dem der über Cena siegreiche Best Wrestler in the World zu sehen ist, noch der harmloseste.

Ihr seid gewarnt. Also ab dafür.

Freitag, 9. August 2013

Das Biest am Mikro, oder: Brock Lesnar versus Paul Heyman

Als Brock Lesnar im April 2012 zurück zur WWE kam, wurde schnell klar, dass er während seiner MMA-Zeit zu deftig gegen die Rübe bekommen hatte und keine vernünftige Promo mehr zustande bekommen würde. Ein Manager musste her, und Punks "Pipebomb" verknüpfte Lesnar wunderbar mit Paul Heyman (denn Lesnar, so berichtete Punk, sei ebenfalls ein "Paul Heyman Guy"). Wenn Lesnar sich auf das konzentriert, was er kann (bedrohlich sein und vor dem Titantron tanzen), funktioniert er gut. Wenn er den Mund aufmacht, weniger.

Hier seine zwanzig Sekunden geballtes Promo-Feuerwerk, nachdem er Heyman beim Match CM Punk versus Curtis Axel zur Hilfe eilte (kleines Tänzchen inklusive, versteht sich – so viel Zeit musste sein):

"The Best of the Best of the Best of the Best (...)", da sind der Vernichtungsmaschine Lesnar offenbar ein paar Dioden durchgekokelt. "... that this world has to offer", sollte vermutlich Tränen der Rührung in die Augen des WWE Universe treiben (Erfolg!), so niedlich kam es herüber, und es war fast schon eine Art religiöses Erweckungsmoment.
"I'm the BEAST!", gefolgt von der geradewegs spürbaren Erinnerung, dass er "Best" hatte sagen sollen, aber der Vorrat an Bests war gerade leer. Aber Bork Laser Brock Lesnar bekommt noch die Kurve, und sagt endlich das Einzige, was er sagen sollte: dass er, nicht Punk, der "Best in the World" sei, denn das ist bekanntlich Punks Berserk-Button. Anderenfalls wäre Punks Motivation, bei SummerSlam einen Sieg gegen Lesnar zu erringen, auch zu niedrig.
Egal. Als Lesnar schließlich begreift, dass er diese Promo mal wieder vergeigt hat, offenbart er gar meisterliche Fähigkeiten am Mikro, als er nonchalant von sich selber ablenkt und das Debakel kurzerhand vor die Füße von Heyman klatscht: "Paul, say something stupid". Genial.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Wrestlemania? SummerSlam!

Darf man hoffen, dass die Zeiten der Entbehrungen und Willkür in der WWE vorerst vorbei sind?

Seien wir mal ehrlich: Ende 2012 bis Anfang 2013 war keine gute Zeit für die WWE. Fast alles war vorhersehbar, und spätestens ab Cenas Royal Rumble Sieg waren alle weiteren Ausgänge der Main Events an die Außenwand der Titan Towers gehängt: Rock besiegt Punk (Royal Rumble), Rock verteidigt gegen Punk (Elimination Chamber), Cena besiegt Rock (Wrestlemania). Dem Rest der Card ging es teilweise nicht viel besser, und die PPVs verblassten in ihrer Tragweite im Vergleich zum jeweils folgenden Montag, wo in RAW versucht wurde, das Geschehene zumindest etwas aufzupeppen.

Freitag, 21. Juni 2013

Comic Nerd Punk

Bevor es zum spoilerbehafteten Bild geht, hier ein Bild von CM Punk und Daniel Bryan. Denn, mal ehrlich: die denkbar beste Fehde für (Heel) Punk wäre mit (Face) Bryan.

Eines der besten Wrestling-Bilder, die ich kenne. Aber leider: gestellt. Trotzdem: WWE, mehr davon!

Ok, auf zum (RAW) Spoiler ...

Donnerstag, 20. Juni 2013

World Wrestling Troll und ähnlich erfrischende Unfeinheiten

Die WWE hat es nicht leicht. Jeder Fan, der sich mindestens Teenager schimpft, hat den ganzen faulen Zauber durchschaut: Wrestling ist zwar nicht "fake", aber verfasst, geschrieben wie jede andere Show im TV (inkl. dem sog. "Reality TV", aber ich schweife ab). Sieger stehen vorher fest, und jede einzelne Nuance vor, während und nach den Matchen ist abgesprochen (selbst wenn, wie bei Matches, die Absprache oft im Moment der Ausführung passiert, aber erneut: ich schweife ab). Was tun, um das Interesse der desillusionierten Fans zu halten?

Dienstag, 18. Juni 2013

Rückerstattung erhalten; alle zufrieden; Zukunft vielversprechend

Endlich scheint der Knoten geplatzt. War die WWE bis kürzlich noch im Teilzeitwrestlerwinterschlaf mit Kulminationspunkt CENAWINSLOL, so gibt es nun, nach Payback und anschließendem RAW, berechtigte Hoffnung, dass zwar nicht alles anders, aber vieles besser wird.

Heftigste Spoiler voraus!

Sonntag, 16. Juni 2013

Rückerstattung 2013: Tipps für WWE Payback

Wie letzten Monat will ich mich auch zum kommenden PPV, Payback, mit Tipps versuchen. Hoffentlich diesmal etwas erfolgreicher ...

Ich sollte unbedingt daran denken, mal die Regeln unseres lokalen Tippspiels zu veröffentlichen. Denn, unter uns: wenn man im Freundeskreis auf die Ergebnisse tippt, machen die PPVs gleich doppelt Spaß.

Aber nun, ohne weiteres Vorgeplänkel, auf zu den Tipps!

Samstag, 11. Mai 2013

The Best Wrestler in the World

Viele Wrestler halten sich für den technisch Besten. Das ist Teil des Geschäfts. Bret Hart, Chris Jericho und CM Punk haben diese Behauptung zum Teil ihres Gimmicks gemacht, und sie gehören in der Tat zum Besten, was ihre Generation hervor gebracht hat. Doch es gibt einen Wrestler, dessen technisches Vermögen derart über jeden Zweifel erhaben ist, dass niemand, der auch nur halbwegs klar bei Verstand ist, ihm absprechen könnte, dass er tatsächlich "The Best Wrestler in the World" ist: Bryan Danielson, aka Daniel Bryan.

Alles heiße Luft?

Freitag, 12. April 2013

Erstes 5-Star-Match 2013

Im Wrestling Observer Newsletter vergibt Dave Meltzer Sterne für Matches. Meltzer ist eine Review-Institution, ähnlich wie Roger Ebert (RIP) bei Filmen. Nun gab Meltzer zum ersten Mal dieses Jahr fünf Sterne für ein Match. Und nein, es war weder CM Punk versus John Cena (das RAW-Match um den Titelkampf bei Wrestlemania) noch Undertaker versus CM Punk bei Wrestlemania 29; beiden Matches gab er je 4,5 Sterne (hier ist eine z.Zt. nicht aktuelle Liste, in der aber Punk vs. Cena schon gelistet ist).

Vielmehr handelt es sich um Hiroshi Tanahashi versus Kazuchika Okada von New Japan Pro Wrestling (NJPW). Ein Video des Kampfes nebst Intro findet sich hier. Es ist auf Japanisch, allerdings überlegt NJPW aktuell, zukünftig auch Übertragungen parallel in Englisch. Doch auch wenn man nichts versteht, ist dies ein fantastisches Match.

Tanahashi ist übrigens Face, Okada ist Heel. Soll man nicht meinen, denn das Publikum ist (mittlerweile) auch hinter Okada, und Tanahashi benutzt insbesondere zum Beginn des Matches mehrfach ein typisches Heel-Manöver: das Nicht-Lösen eines Griffes, obwohl der Gegner das Seil berührt. Dies könnte mit der Reaktion des Publikums zutun haben; in der Vergangenheit hat Tanahashi bereits auf dem Fleck Heel-Manöver eingesetzt, als das Publikum nicht auf seiner Seite war.

Mittwoch, 3. April 2013

Gelb ist die Farbe für ...


Plötzlich und aus heiterem Himmel fällt mir auf, warum John Cena als monatliche Farbe Gelb gewählt hat:

Damit der geneigte Fernsehzuschauer denken mag, in der Halle wimmle es von Cena-Fans. Dabei handelt es sich um Anhänger von CM Punk.

Montag, 1. April 2013

Catchwahnsinn XXIX

Wrestlemania ist immer eine eigenartige Sache. Kein Event wird von der WWE größer inszeniert als 'Mania, nie sind mehr Promis Backstage und im Ring. Das war schon immer so (vgl. Rock 'n' Wrestling), das wird immer so sein.

Noch mehr als bei anderen Pay-Per-Views richtet sich Wrestlemania an die Teilzeit-, Ex- und Nicht-Fans. Heuer mag das Main Event den "echten" Fans wahrlich ein Gräuel: Superman-Cena gegen Hollywood-Rock, oder, vom handwerklichen Vermögen, Not gegen Elend. Doch ist es wirklich so schlimm, wie es scheint? Schauen wir uns zunächst die Card einmal genauer an.

Samstag, 16. Juli 2011

Antiker Punk

Es wurde bereits angedeutet, aber eine Vertiefung tut Not: Die Story um CM Punk und sein Weggang aus der WWE ist wie ein antikes griechisches Drama aufgebaut.

Dass ich CM Punk, John Cena und Vince McMahon im ersten Beitrag Protagonist, Deuteragonist und Tritagonist genannt habe, war mehr als nur vages Behaupten. Schauen wir uns zunächst diese drei Rollen des griechischen Dramas genauer an, bevor wir dann die deutliche Übereinstimmung mit den drei Wrestling-Charakteren feststellen.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Punk's not dead

Ein Sport, der in der Öffentlichkeit allzu häufig belächelt wird, ist Wrestling. Das Ergebnis stehe vorher fest, heißt es, alles abgesprochen, Fake. Richtig, sag ich, aber auch falsch. Doch bevor wir uns damit beschäftigen, was Wrestling zu einer großartigen und verfolgenswerten Sache machen, werfen wir einen flüchtigen Blick auf die momentanen Umtriebe in der WWE, genauer: CM Punk (Protagonist) gegen John Cena (Deuteragonist) gegen Vince McMahon (Tritagonist).