Es war einmal CM Punk. Erinnert sich noch jemand an seine Zeit als WWE Champion?
Wie folgt steht es in den Geschichtsbüchern: Punk wirft Ende Juni 2011 seine "Pipebomb", in welcher er unter anderem ankündigt, dass sein Vertrag nach Money in the Bank auslaufen würde, was bedeutet, dass der Gürtel die WWE mit Champion Punk verlässt. Punk gewinnt gegen John "John Cena" Cena, haut mit Gürtel und Titel ab (was selbst Kofferträger Alberto Del Rio nicht verhindern kann), und ist erstmal weg. Zwischenzeitlich veranstaltet die WWE ein Mini-Turnier, um einen neuen Titelträger zu küren. Gewinner des Turniers: Rey Mysterio. Weil aber nicht sein kann was nicht sein darf, nimmt Cena Rey kurzerhand den Titel wieder ab. Punk kommt zurück, und die beiden Champions treten beim SummerSlam gegeneinander an – Punk gewinnt, doch anschließend löst Alberto Del Rio seinen Koffer ein, und zwar erfolgreich.
Punk war aber, dank Pipebomb und explosivem Titelgewinn, mittlerweile mindestens die Nummer Zwei der WWE, und die Fans (und viele aus dem direkten WWE-Umfeld) waren mit Punks kurz gehaltenem Championship wenig zufrieden. Die versuchte Demontage (Niederlage gegen Ruheständler Triple H) blieb erfolglos, und zur Survivor Series holt Punk sich den Titel zurück, um den Titel dann 434 Tage lang zu halten.
Warum ich das alles widerkäue? Weil wir ein Problem haben.
Noch kurz zu Punk: in seiner Titelregentschaft gab es viele mehr als überzeugende Matches, aber nur wenige überzeugende Fehden. Und im Main Event hatte Punk schon gar nichts zu suchen, denn das hatte John Cena fest für sich gebucht – egal, gegen welchen Midcarder Cena antrat, dieses Match war automatisch wichtiger als die Titelverteidigung von Punk. Über ein Jahr ging das Spielchen so, und dass Punk 434 Tage Champion war, ist am Ende nicht der Rede wert. Die WWE reitet nur auf diesem Fakt herum, um die Fans zu beschwichtigen. Was wollt ihr denn, er war doch rekordverdächtig lange Champion ...
Böse Zungen könnten meinen, Punk war nur deshalb so lange Champion, weil The Rock auch den Titel wollte, und Cena sollte er diesen ja nicht abnehmen, das war für WrestleMania fest verplant (und das seit mindestens einem Jahr).
Die Sache ist die: Champion werden ist nicht das Ende des Weges. Champion bleiben, darum geht es, und da es der wichtigste Titel der WWE ist, sollte dieser auch im Main Event verteidigt werden. Denn falls nicht, wertet das sowohl Titel als auch Titelträger ab. Nun, mit zwei Gürteln, gilt das eher mehr als weniger.
Und nun? Ich fresse einen Ryback, wenn das Main Event von Extreme Rules ein anderes ist als The Shield versus Evolution (Triple H, Bahtista, Orton – nur ohne den mittlerweile dauerbetrunkenen Flair). Daniel Bryan hingegen wird vermutlich gegen Kane ran dürfen ... was prinzipiell keine schlechte Sache ist, nur wirkt es schon so, als würde Kane nur deshalb aus dem Hut gezaubert, weil die anderen Championship-Anwärter gerade wichtigeres zu tun haben.
Solange Extreme Rules die Ausnahme bleiben sollte, habe ich nichts gesagt. Aber manche Geschichten sind einfach zu unschön, um sie zu wiederholen. Und wer aus der Geschichte nicht lernt ...

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