Freitag, 9. August 2013

Das Biest am Mikro, oder: Brock Lesnar versus Paul Heyman

Als Brock Lesnar im April 2012 zurück zur WWE kam, wurde schnell klar, dass er während seiner MMA-Zeit zu deftig gegen die Rübe bekommen hatte und keine vernünftige Promo mehr zustande bekommen würde. Ein Manager musste her, und Punks "Pipebomb" verknüpfte Lesnar wunderbar mit Paul Heyman (denn Lesnar, so berichtete Punk, sei ebenfalls ein "Paul Heyman Guy"). Wenn Lesnar sich auf das konzentriert, was er kann (bedrohlich sein und vor dem Titantron tanzen), funktioniert er gut. Wenn er den Mund aufmacht, weniger.

Hier seine zwanzig Sekunden geballtes Promo-Feuerwerk, nachdem er Heyman beim Match CM Punk versus Curtis Axel zur Hilfe eilte (kleines Tänzchen inklusive, versteht sich – so viel Zeit musste sein):

"The Best of the Best of the Best of the Best (...)", da sind der Vernichtungsmaschine Lesnar offenbar ein paar Dioden durchgekokelt. "... that this world has to offer", sollte vermutlich Tränen der Rührung in die Augen des WWE Universe treiben (Erfolg!), so niedlich kam es herüber, und es war fast schon eine Art religiöses Erweckungsmoment.
"I'm the BEAST!", gefolgt von der geradewegs spürbaren Erinnerung, dass er "Best" hatte sagen sollen, aber der Vorrat an Bests war gerade leer. Aber Bork Laser Brock Lesnar bekommt noch die Kurve, und sagt endlich das Einzige, was er sagen sollte: dass er, nicht Punk, der "Best in the World" sei, denn das ist bekanntlich Punks Berserk-Button. Anderenfalls wäre Punks Motivation, bei SummerSlam einen Sieg gegen Lesnar zu erringen, auch zu niedrig.
Egal. Als Lesnar schließlich begreift, dass er diese Promo mal wieder vergeigt hat, offenbart er gar meisterliche Fähigkeiten am Mikro, als er nonchalant von sich selber ablenkt und das Debakel kurzerhand vor die Füße von Heyman klatscht: "Paul, say something stupid". Genial.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen