Habe glatt die Tipps für SummerSlam vergessen (im Nachhinein nur so viel: hat mal wieder nicht für den Sieg gereicht).
Bevor wir uns nun mit dem (alles in allem famosen) Event auseinander setzen, hier kurz die Warnung: es wird Spoiler regnen! Und da ist das Bildchen rechts, auf dem der über Cena siegreiche Best Wrestler in the World zu sehen ist, noch der harmloseste.
Ihr seid gewarnt. Also ab dafür.
Die (viel zu lange!) Pre-Show wartete mit der ersten Überraschung auf: RVD besiegt Dean Ambrose. Allerdings nur durch Disqualifikation. Das Match ging in Ordnung.
Der Eröffnungskampf der "richtigen" Veranstaltung war hingegen eine leichte Enttäuschung. Im "Ring of Fire"-Match zwischen Kane und Bray Wyatt wussten beide Wrestler nicht, wie sie die Aufmerksamkeit vom Feuer auf sich lenken konnten. Die Versuche der Wyatt-Brüder waren niedlich wie vorhersehbar, und auch der Ausgang war vorher klar (jedoch hätte die WWE gut daran getan, deutlich zu machen, dass ein "Ring of Fire"-Match nicht durch Disqualifikation beendet werden kann). Minuspunkt für das gar zu offensichtliche Ausnutzen des leeren Winkels in der Treppe; Bonuspunkte für das Heraustragen von Kane durch die Wyatts.
Cody Rhodes versus Damien Sandow war ebenfalls vorhersehbar. Money-in-the-Bank-Gewinner machen allzu häufig schwache Phasen durch, und Rhodes wird gerade sanft gepusht. Damit wäre schon alles zu diesem (grundsoliden) Match gesagt, außer: der Schnauzer ist weg.
Wirklich überraschend war die Qualität des Matches Alberto del Rio versus Edge-Buddy Christian (ehrlich, WWE: ist es Christians herausragendste Eigenschaft, dass er ein Freund von Edge ist?). Klar, beide sind gute und erfahrene Wrestler, aber das Match, was die beiden ablieferten, war wirklich klasse. Eine anschauliche Darbietung in Sachen glaubwürdiger Wrestling-Psychologie. Intelligentes Wrestling. Mehr davon!
Dann kam der Werbeblock für Total Divas. Aber genug davon.
CM Punk versus BROCK LESNAR war perfekt. Was nicht heißt, dass es das perfekte Wrestling-Match gewesen war (da war del Rio versus Christian besser), aber hier wurde alles richtig gemacht. Es war fast eine Wiederholung von Punks Wrestlemania-Match gegen den Undertaker: Punk gibt alles, aber unterliegt am Ende. Hier klappt es jedoch deutlich besser: erstens zeigte Punk deutlich mehr Einsatz (kein Wunder, es war ja auch "persönlich"), und zweitens war der Sieg von Lesnar kein sauberer, dank Anwesenheit von Heyman.
Schnell noch das Mixed Tag Match, bevor es zum (zweiten) Main Event geht. Nur so viel: niemand der Beteiligten hat ein Mixed Tag Match verdient. AJ und Kaitlyn haben mehrfach gezeigt, dass die "Divas" nicht peinlich sein müssen. Und es fühlt sich so an, als wäre es gestern gewesen, dass Ziggler die meistbejubelte Einlösung eines MitB-Koffers seit Jahren hingelegt hat - aber nein, es ist bereits Monate her, und in Wrestlingzeit sind das ca. ein Jahrzehnt.
Endlich: das Main Event. Und damit ist es das erste Main Event seit Money in the Bank 2011, auf welches man sich freuen dürfte! Triple H versus Cena und Bryan, huzzah!
Doch halt: Triple H macht seinen Job während des Matches so gut, dass man zwischenzeitlich vergisst, dass der Schiri der "King of Kings" ist. Das Match selber ist grandios, und am Ende gewinnt Bryan mit einem von KENTA (von dem Punk seinen GTS hat) geliehenen (?) Finisher sauber über Super-Cena. Es war zu hoffen, aber wer hat damit gerechnet? Es hätte, und auch damit unterscheidet sich dieses Main Event von so vielen anderen, so oder so ausgehen können.
Und dann kommt der MitB-Koffer mit Randy Orton dran. Aber Orton will weg und zwingt den Koffer zur Umkehr. Das ist zu viel für HHH, und er verpasst dem WWE Champion einen Pedigree. Da gibt es für Orton kein Halten mehr: Koffer eingelöst, Bryan gepinnt, neuer WWE Champion und Schweigen im Saal.
Dass Orton mit dem Titel aus SummerSlam hervorgehen würde, war absehbar. Und auch, dass er den Titel von Bryan ergattern würde - denn hätte er gegen Cena eingelöst, hätte der Saal vor Begeisterung getobt. Doch im Nachhinein ist es unfair, etwas als vorhersehbar zu brandmarken, ohne dass man es tatsächlich (öffentlich) vorher gesagt hätte. So oder so: diese Wendung geht völlig in Ordnung. Erstens ist Daniel Bryan nun ein ehemaliger WWE Champion (und ehemaliger World Heavyweight Champion), und zweitens ist Bryan nicht aus dem Titelgeschäft raus.
Nun scheidet Cena für knapp ein halbes Jahr aus. Da mit Orton ein Top-Face zum Heel geworden ist, und Top-Face Sheamus ebenfalls verletzt ist, und Top-Face Punk eher Tweener Punk ist, scheint die Zeit für Daniel Bryan gekommen. Die Corporation formiert sich um die McMahon-Bagage inklusive Ehemann/Schwiergersohn, Champion Orton und The Shield als Security. Dagegen steht "Underdog" Bryan bisher allein. Wir dürfen gespannt sein.



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