Donnerstag, 18. Juli 2013

Wrestlemania? SummerSlam!

Darf man hoffen, dass die Zeiten der Entbehrungen und Willkür in der WWE vorerst vorbei sind?

Seien wir mal ehrlich: Ende 2012 bis Anfang 2013 war keine gute Zeit für die WWE. Fast alles war vorhersehbar, und spätestens ab Cenas Royal Rumble Sieg waren alle weiteren Ausgänge der Main Events an die Außenwand der Titan Towers gehängt: Rock besiegt Punk (Royal Rumble), Rock verteidigt gegen Punk (Elimination Chamber), Cena besiegt Rock (Wrestlemania). Dem Rest der Card ging es teilweise nicht viel besser, und die PPVs verblassten in ihrer Tragweite im Vergleich zum jeweils folgenden Montag, wo in RAW versucht wurde, das Geschehene zumindest etwas aufzupeppen.



Nun endete der Titelkampf Cena versus Henry bei Money in the Bank gleichfalls fad. Henry hätte den Titel mehr als verdient, und es könnte seine letzte Chance gewesen sein. Aber: LOLCENAWINS. Der "Underdog" Cena? Den, liebe WWE, kaufen euch vielleicht noch die ganz Kleinen ab.

Über Daniel Bryan wurde gerade in diesem Blog mehr als ein Wort verloren, und das aus gutem Grund: endlich, endlich ist dieses Ausnahmetalent im "WWE Universe" gebührlich beliebt, und von den Reaktionen in der Halle aufgestiegen bis direkt unters oft bemühte Glasdach der WWE. Doch der Koffer, mit dem er den ewigen WWE-Titelträger Cena hätte herausfordern können, blieb ihm verwehrt; statt dessen sackte Randy Orton (Cena light) den Koffer ein. Alles verloren?

Wieder lag es am folgenden RAW, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Der neue RAW General Manager Brad Maddox überließ es Cena selbst, einen Gegner für SummerSlam zu finden. Cena wiederum fragte das Publikum, welches von Anfang an nur einen Wrestler im Sinn hatte (und selbst andere "Favoriten" wie Randy Orton und Sheamus milde ausbuhte): Daniel Bryan.

Somit ist das Main Even von SummerSlam klar: John Cena versus Daniel Bryan um den WWE Titel. Hat Bryan nun bessere Chancen, Cena "seinen" Titel zu entreißen? Immerhin: es ist nicht auszuschließen, und das ist ja schon mal etwas. (Möglicher Ausgang: Bryan besiegt Cena, Orton löst den Koffer ein ...)

Doch eine Schwalbe macht noch keinen guten SummerSlam. Ein weiteres Match, welches fast schon fest auf die Card geschrieben gehört, ist Brock Lesnar versus CM Punk. Doch warum ist ein Match des Teilzeitwrestlers Lesnar auf einmal interessanter, als alle Matches des Teilzeitwrestlers Rock zusammen?

Weil der Teilzeitwrestler nicht im Mittelpunkt steht. Kern dieser Fehde ist Paul Heyman und seine Beziehung zu CM Punk, und Brock Lesnar ist nur die Waffe, der Heyman sich bedient.

Die WWE versuchte das Gleiche beim zweiten Triple H versus Lesnar, aber nun wird es persönlich.

Somit gibt es zwei mehr als bemerkenswerte Auseinandersetzungen: die eine, Cena versus Bryan, weil hier endlich wieder jene Underdog-Geschichte erzählt wird, für die sich Wrestling so gut eignet; die andere, Punk versus Lesnar, weil die Charaktere und ihre Motivationen glaubwürdig sind, und zumindest für Punk einiges auf dem Spiel steht: sein Ruf als Best in the World (den er, wie Heyman mit durchaus guten Argumenten vorgetragen hat, nur mit seinem De-Facto-Manager verdient hat), und seine Gesundheit (unberechenbare Kampfmaschine Lesnar sei Dank).

Als wäre das nicht schon Stoff genug für ein überdurchschnittliches Pay-Per-View, einige weitere Matches, die sich möglicherweise anbahnen könnten, würden die Card gut auspolstern: die Diven, alle voran AJ Lee und Kaitlyn, arbeiten sich stetig aus ihrem Jammertal der sexistischen Langweiligkeiten hervor; Cody Rhodes hat ein (vermeintliches) Hühnchen mit Damien Sandow zu rupfen; Kane könnte sich bei der Wyatt-Family revanchieren, ...

Die Gleise sind gestellt für ein herausragendes SummerSlam. Wollen wir nur hoffen, dass der WWE nicht wieder die Muffe geht.

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