Mittwoch, 16. April 2014

Best for Business: Wie das WWE Network Einfluss auf WWE Creative nimmt

Als ich heute morgen die Zahlen zu WrestleMania 30 sah, ist mir eine Sache klar geworden: das WWE Network ist nicht nur ein cleverer Schachzug und ein großes Risiko (welches sich bis hierhin auszuzahlen scheint), sondern es ändert grundlegend den kreativen Unterbau der WWE.

Bis hierhin war die WWE allzu oft auf den kurzfristigen Profit aus, insofern, als dass PPVs so aufgebaut waren, dass möglichst viele PPVs gekauft wurden. Das klingt brutalbanal (und ist es auch), und gilt doppelt und fünffach für WrestleMania.

Doch nun, in Zeiten des WWE Network, muss es ein anderes Ziel geben: möglichst viele Subscriber gewinnen.

Werden Ex-Wrestler ins Main Event gehoben, gewinnt das keine Subscriber. Gleiches gilt bei eklatanter Missachtung von Publikumsfavoriten – in der Vergangenheit hatte die WWE oft krampfhaft an der Maxime festgehalten, dass die WWE die "Superstars" macht, und nicht die Wrestler selber; so gab es häufig eine Demontage jener Favoriten (auch Daniel Bryan selber wurde nicht zufällig in 18 Sekunden eingemacht). Und so weiter, und so fort.

WrestleMania 30 war ein erstes Indiz, dass die WWE dies verstanden hat. Für uns als Fans kann das nur gut sein. Hoffen wir, dass es so bleibt – und nicht nur in unserem Interesse.

Zwar wäre es denkbar, dass PPVs in Zukunft nur noch mehr das folgende PPV aufbauen (auch das, wenn übertrieben, eine Unart, die wir in der Vergangenheit ab und an ertragen mussten). Doch wenn das Main Event einer PPV ein maues Ende aufweist, hilft dies auch nicht beim Absatz weiterer Subscriptions.

 Das soll nicht bedeuten, dass die WWE nun am Gängelband des Publikums ist und nur noch blind dessen Wünsche erfüllt. Im Gegenteil: würden sie dies versuchen, wäre schnell die Luft raus, das liegt in der Natur des Wrestlings. Vielmehr müssen sie nun, mehr als zuvor, auf intelligente Storylines und nachhaltige Charakterentwicklung setzen (und natürlich ein hochwertiges Wrestling).

Ich wünsche viel Erfolg.

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