Dienstag, 6. Januar 2015

The same procedure as last year, Mr. McMahon?

Wir befinden uns auf der Zielgerade zu WrestleMania, und wie letztes Jahr könnte die WWE nicht mehr daneben legen. RAW vom 29.12. hatte genau einen positiven Aspekt. Der Rest war dumm, beleidigend, oder beides.

Spoilers ahead!

Einzig Daniel Bryans Bekanntmachung, er werde am Rumble teilnehmen, hat diesen dreistündigen Irrsinn in irgendeiner Art und Weise erträglich gemacht. Allerdings: warum ist das keine Rumble-Überraschung? Der Pop, wenn Bryan unangekündigt eingelaufen wäre, hätte locker das Arenadach gen Stratosphäre geblasen. Vermutlich, um die Gemüter bis dahin ordentlich abzukühlen, damit niemand enttäuscht ist, wenn Bryan nicht gewinnt.

Weil Edge und Christian so großartig sind, enden die beiden Matches, die sie zu Beginn ansetzen (Ziggler vs Rusev und Rollins vs Reigns) unsauber. Hätte uns auch erspart bleiben können. Beides tolle Matches, keine Frage, aber beide durch die Finishes zur Bedeutungslosigkeit verdammt. (Die Disqualifikation von Rusev war gleich doppelt dämlich.)

Edge und Cena zollen sich gegenseitig Respekt. In einer kurzen Backstage-Plauderrunde räumen sie alle (epochalen) Differenzen beiseite. Warum? Damit Edge am Ende der Show als Lockmittel dienen kann. Tolles Storytelling, WWE, einfach super. Dass Cena flott den Forderungen von Rollins nachgeht und die Authority wieder einsetzt, macht Zigglers Sieg bei Survivor Series allzu schnell zunichte.

Die Usos holen sich von den Mizes das Tag Team Championship zurück. Warum auch nicht? Ist eh egal. Sinn und Zweck der Übung: später treten die Mizes erneut an, und zwar gegen die Legion of Doom 2.0, a.k.a. The Ascension. Beeindruckende Darbietung des neuen Teams – es gehört schon einiges dazu, ein Team zu besiegen, welches am gleichen Abend schon angetreten ist und verloren hat. Bra-fucking-vo.

Die Rückkehr von Wade Barrett hätte eigentlich Grund zur Freude sein sollen. Dass er umgehend Cesaro in wenigen Sekunden zermalmt, lässt mich wünschen, er wäre nach wie vor nicht dabei. Erstens, weil Cesaro besseres verdient hat, und zweitens, weil Face-Barrett deutlich weniger spannend ist als Heel-Barrett.

In einer Zeit, in der alle Zuschauenden mit Verstand bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hinweisen, dass NXT dem normalen WWE-Geschehen in jedweder Hinsicht überlegen ist, und in der Cena auf die anderen "Superstars" aufmunternd einreden muss, damit sie nicht an dem ihnen präsentierten Material nicht völlig verzweifeln, muten derartige RAW-Rohrkrepierer doppelt merkwürdig an.

Letztes Jahr waren wir in der gleichen Situation. Der Rumble ließ auch die letzten Hoffnungen verpuffen. Das war, so schien es, am Ende gutes Storytelling – die WWE spielte uns wie eine Stradivari, Wie später klar wurde, war einiges der Brillianz dem Ausscheiden von CM Punk zuzuschreiben, der die Pläne ordentlich durcheinander bracht. Dieses Jahr wird es keine Notbremse dieser Art geben. Man darf gespannt sein, wie katastrophal es am Ende wird.

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